Die Sage von König Nor


Helges Gut ist ein ganz besonderer Ort, da es an diesem Ort eigentlich fast alles zu sehen gibt, was man an Kulturdenkmälern, wie Steinkreise, Bauta's, Grabhügel und Ristninger (Bardal) finden kann.
Wenn man auf der E6 durch Steinskjer nach Norden fährt, so biegt man kurz vor dem Ende Steinskjer's nach rechts auf den Riksveg nach Bøla ab. Nach ein paar Kilometern, geht die Straße scharf nach rechts weg und dann über ein Bahngleis. Wenn man dort das Schild "Gravfelt" nicht übersieht, biegt man wieder rechts ab und fährt wieder nach Steinskjer hinein. Dort liegt Helges Gut.
Wie das folgende Bild zeigt, war dieser Ort dreimal so groß, als er heute zugänglich ist. Der Grund liegt im Städtewachstum Steinskjer's begründet. Jedenfalls ist dies nicht mehr rückgängig zu machen. Schade eigentlich, denn dieser Ort könnte noch viel mehr von seiner Geschichte erzählen, die heute nur mehr in Sagen vorkommt und die in der Mystik liegt, die dieser Ort mit sich bringt.

Tafel mit der Beschreibung für Helges Anwesen, Foto: M. Schmidt

Die im ersten Bild links dargestellte Karte ist aus dem Jahre 1816.
Auf der rechten Karte sind die noch verbliebenen Reste abgebildet, welche glücklicherweise den wichtigsten Teil des gesamten Anwesens representieren. Zu besichtigen sind 2 Bautasteine, 2 große und 2 niedrige Grabhügel, bei denen leider die Spiralaufgänge fehlen, einen großen und einen kleinen Steinkreis, sowie 3 kleineren Steinen und einer Steinmauer.
Die Übersetzung auf der Tafel lautet:


Der Helgehügel und die anderen Kulturdenkmäler

Leider ist ein großer Teil der ursprünglichen Anlage entfernt worden, aber mit Hilfe von L.D.Klüvers Beschreibung und Kartierung dieses Feldes im Jahre 1816 und K. Ryghs Beschreibung am Ende des 19. Jahrhunderts, können wir trotzdem uns ein Bild machen wie das Feld ursprünglich ausgesehen hat.

Bautasteine

Die Bautasteine sind gewöhnlich nicht in Grabfeldern der Eisenzeit anzufinden, selbst wenn es einige Beispiele in diesem Gebiet hier gibt.
Es sind zwei von insgesamt fünf ursprünglichen Steinen, die sich sowohl in der Anzahl als auch in der Größe, anderer Bautasteine aus anderen Fundorten unterscheiden. Der Name "Bauta" wird mit dem "Phallus" in Verbindung gebracht und markiert damit den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeits- und Todeskult, den die ältere Eisenzeit charakterisiert.

Steinmauer

Eine der interesantesten Anlagen dieses Grabfeldes ist diese Mauer. Leider ist sie teilweise zerstört und wir wissen nicht wie sie ursprünglich ausgesehen hat. Nach K. Rygh war sie ca. 60cm hoch und 2,5m breit. Ihre Funktion ist unbekannt, aber auf der Karte von L.D.Klüver sieht man, das sie in einer Flucht mit dem Prozessionsweg zum Ormshügel liegt.

Steinkreis

Dieser Steinkreis ist auch ein Grabmahl. Bei der Ausgrabung 1869 wurden schmale Steinlagen in den einem Halbteil und im anderen Halbteil eine Kohleschicht gefunden.

Helge's Hügel/ Grab-Hügel

Der Helgeshügel ist der größte der Grabhügel in diesem Gräberfeld. Um einen solchen Hügel zu bauen, bedurfte es eines emormen Arbeitseinsatzes und das war folglich kein Niemand, der eine solche Gedenkmarkierung über sich bekam. Die Größe des Hügels erzählt uns, daß eine Person hier beerdigt wurde, die Macht und einen hohen sozialen Status innehatte.
Auf Helges Gut finden wir fünf solche Hügel in ähnlicher Größe. Das zeigt, das dieser Ort ein sehr wichtiges Machtzentrum gewesen sein mußte. Weiter östlich liegt noch ein ähnlicher Grabhügel, der "Ormeshaugen", und zwischen diesem und dem "Helgeshaugen" ging früher ein Steinweg, welcher die Funktion eines Prozessionsweges wahrscheinlich innehatte.


Der größte Bauta, auf Helges Gården, umringt von einem kleinen Steinkreis. Foto: Maria S.

Der große Steinkreis, Foto: Maria S.

Der Steinkreis mit dem kleineren Bauta, von Helge's GrabŁgel aus fotographiert.

Kommen wir zur Mystik der Haufen. Viele werden sich bestimmt schon mal gefragt haben: "Warum dieser Aufwand, einen Haufen Dreck auf einen Toten zu schmeißen?" Nun, ich könnte antworten: "Na wegen des Representationszweckes und der Ehresbezeugung für den Toten.", was aber bestimmt nicht, bezüglich der Aussage, überzeugen wird.
Holen wir etwas weiter aus. In Eisenzeitgräbern findet man häufig größere Steine auf den Skeletten liegen, hauptsächlich auf den Füßen, dem Schienbein und der Hüfte. Etwas angesehenere Tote bekamen noch so einen Stein auf dem Kopf. Der Sinn und Zweck des Ganzen war einfach der, daß dem Toten es damit unmöglich gemacht werden sollte wieder aus dem Grabe emporzusteigen und die lebende Welt zu plagen.
Ja wenn gerade einer in einem Haus gestorben war, so wurde die Türen und Fenster aufgerissen und alle persönlichen Gegenstände des Toten, an denen er besonders "hing" hinausgeworfen und anschließend verbrannt. Die Seele sollte nirgendswo "hängenbleiben", und falls sie es täte, würde sie in den Körper zurückwollen, was auf gar keinem Falle geschehen durfte.
Die Sache geht noch weiter. In einer der Sagen aus der Heimskringla von Snorre Sturlasson wird erzählt, daß über einen besonders hinterhältigen, bösen und machtgierigen Häuptling, ein besonders großer Haufen errichtet wurde. Der werte Leser kann nun sich bestimmt denken warum. Er sollte unter gar keinen Umständen wiederkehren.
Nun fragt es sich aber, ob es sich lohnt böse zu sein, um einen sehr großen Haufen zu bekommen wenn man tot ist. Eher wahrscheinlich nicht, denn die Größe eines Haufens, hat immer auch etwas mit Representation zu tun und ich denke, ein Mensch, der nach all den Tugenden gelebt hat die damals aktuell waren und Großes vollbracht hat, dem ist auch ein großer Grabhügel würdig. Demzufolge war der Grabhügel für den gemeinen Häuptling eher eine Ausnahme und in den Saga's wird ja auch besonders darauf hingewiesen, daß er ein Übeltäter war.
Die Grabhügel von Steinskjer, werden wohl eher hoch angesehene Menschen representieren, sonst würde nicht Helges Gut einen solch hohen Statuswert verkörpern.

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